Aussergewöhnliche Frauen bewirken aktiv einen Wandel in der App-Welt und eine von ihnen ist Helene Karlinger. Die leitende iOS-Entwicklerin der Programmier-App Mimo: Programmieren lernen verschafft sich Gehör und trägt dazu bei, dass die App für alle zugänglicher wird.
Name: Helene Karlinger (sie/ihr)
Tätigkeit: Leitende iOS-Entwicklerin
Unternehmen: Mimo aus Wien, Österreich
Lieblings-Empowerment-Emoji: ❤️
Als Karlinger begann, Medientechnik an der Uni zu studieren, hätte sie niemals gedacht, dass sie einmal Entwicklerin werden würde – bis eine nicht bestandene C++-Prüfung alles veränderte. Sie dachte sich: „Das darf nicht das Einzige sein, das ich nicht beherrsche.“
Sie verwandelte diesen Moment in Motivation und büffelte, mit Unterstützung aus ihrem Freundeskreis, bis sie es zu einer guten Note brachte. „Irgendwie hat es da Klick gemacht, und plötzlich hatte ich Spass am Programmieren.“
Jetzt ist sie quasi zur anderen Seite übergelaufen: Bei Mimo bringt sie ihrem Entwicklungsteam neue Technologien näher und lässt ihren Kolleg:innen dabei viel Freiheit, um herauszufinden, was das Beste für die App ist. Zumindest, wenn sie nicht gerade damit beschäftigt ist, neue Funktionen einzuführen oder Fehler zu beheben.

Barrierefreiheit im Fokus
Karlingers Hauptaugenmerk bei Mimo liegt darauf, die Inhalte und Funktionen zugänglicher zu gestalten, insbesondere für in der Programmierwelt unterrepräsentierte Gruppen. Zusammen mit ihrem Team hat sie hat die Grösse der App reduziert, damit sie auch auf älteren Geräten problemlos läuft, und hat neben der traditionellen Rangliste auch Statistiken hinzugefügt, weil „Frauen nicht gerne gegeneinander antreten, sondern sich lieber selbst herausfordern“.
Teil ihrer Arbeit ist es auch, geschlechtsbezogene Stereotype in den Codierübungen von Mimo zu hinterfragen. „Vor zwei oder drei Jahren haben wir Inhalte geschrieben, die sich auf Blockbuster-Filme und Sport bezogen. Das waren typisch männliche Themen“, erinnert sie sich.
Karlingers Motivation und ihr Bemühen um Veränderung haben dazu beigetragen, dass Mimo auch die eigenen Einstellungskriterien angepasst hat. „Bei uns sind jetzt viel mehr Frauen“, sagt sie. „Wenn die Menschen in Entscheidungspositionen diverser werden, treffen wir auch andere Entscheidungen. Das bewirkt Veränderung.“

Informier dich über diskriminierende Wörter, Begriffe und Stereotype, sowie über bestehende Vorurteile. Denn darüber Bescheid zu wissen, gibt dir die Möglichkeit, es anzusprechen.– Helene Karlinger

Folg ihrem Beispiel
Wer programmieren kann, ist in der Lage, fantastische Erlebnisse aus dem Nichts zu erschaffen. Wenn du das lernen willst, rät Karlinger, einfach loszulegen: „Es ist egal, wie du es machst, mach es einfach.“
Dir Mimo herunterzuladen, ist ein guter Start: Das Community-Forum der App oder das sechsmonatige Coding-Bootcamp, zugänglich über Mimos Website, eignen sich perfekt, um Coding-Buddys zu finden. „Eine Peer-Group mit Gleichgesinnten stärkt das Selbstvertrauen“, rät Karlinger.
Es gibt noch eine weitere Fähigkeit, die Karlinger für besonders wichtig für die Arbeit im Bereich Technik und Programmierung hält: „Informier dich über diskriminierende Wörter, Begriffe und Stereotype, sowie über bestehende Vorurteile. Denn darüber Bescheid zu wissen, gibt dir die Möglichkeit, es anzusprechen.“
Du bist eine Frau oder nicht-binär, wirkst bei einer App oder einem Spiel mit und würdest gerne deine Story erzählen? Dann lass uns an deiner Geschichte teilhaben!