Geh nach draußen und schau nach oben. Was siehst du? Vielleicht ein paar Wolken und das Blitzen eines vorbeifliegenden Flugzeugs. Vielleicht auch ein, zwei Sterne, die im Dunste der Lichtverschmutzung einer nahen Stadt schwach blinken.
Öffne Night Sky, richte dein Gerät zum Himmel hin und erlebe, wie das Universum seine Tore öffnet: alle Sterne, überlagerte Sternbilder auf dem unendlichen Blau und ein Verzeichnis zeigen dir die Sterne und Planeten. Bewege dein Gerät und dein Fenster zum All bewegt sich mit dir.
Diese schöne Einladung in den Weltraum ist vielleicht eine der lehrreichsten Apps, die je erdacht wurden. Umso unglaublicher: Sie wurde von einem Musiklehrer einer weiterführenden Schule mit nur flüchtigem Interesse für Astronomie kreiert.

2008 sah ich die Apple Keynote, als der App Store angekündigt wurde. Ich hatte das Gefühl, daran teilhaben zu müssen.Andy Weekes, Gründer von Night Sky.
„Damals ging es mir nicht darum, eine Karriere daraus zu machen. Es war alles noch so frisch und neu, dass ich nicht wusste, wohin es führen würde ... Es war nur ein Hobby.“
Weekes begann, Apps zu entwickeln. Jede Menge davon.
„Vor Night Sky brachte ich 33 Apps heraus“, erklärt er. „Die waren nicht gerade überragend. Am Anfang habe ich mit offenem Quellcode herumgespielt und sehr einfache Ideen entwickelt. Bei vielen handelte es sich um einfache Spielereien zum Austesten. Jeder Versuch inspirierte mich, Neues auszuprobieren.“

„Schließlich stieß ich auf Code, der für die Kartierung von Sternen verwendet wurde. Ich benutzte den Open-Source-Basiscode, passte ihn an und fügte Funktionen wie eine rote Ansicht hinzu – der bewirkt, dass alles auf dem Bildschirm rot wird, damit sich die Augen der Nutzer daran gewöhnen. Ich veröffentlichte den Code unter dem Namen Night Sky.“
Nach den eher mäßig begeisterten Reaktionen auf seine ersten Versuche kam der sofortige Erfolg von Night Sky äußerst überraschend für Weekes.
„Die App wurde am 1. November 2011 veröffentlicht und die Downloads schossen sofort in die Höhe“, erklärt er. „Das ging so weit, dass ich alle paar Stunden die Charts durchsah, weil sie ständig höher stieg“, erzählt er. Im Januar 2012 landete sie dann auf dem ersten Platz der britischen App-Charts. Es war einfach unglaublich.“

Im Verlauf der Monate widmete sich Weekes in Vollzeit der Entwicklung – inspiriert von seiner neuen Leidenschaft für den Weltraum. Gemeinsam mit Programmier- und Astrophysikexperten tüftelte er weiter an Night Sky.
In den folgenden Jahren blieb die App bei App Store-Nutzern auf der ganzen Welt ein Dauerhit, was vor allem den ständigen Verbesserungen geschuldet ist.
Der Funktionsumfang ist mittlerweile riesig: Erkunde jetzt das Sonnensystem in AR und hol dir Sterne, Sternenkonstellationen und Planeten in dein Wohnzimmer. Verfolge Kometen, Satelliten und sogar die Internationale Raumstation bequem von zu Hause aus. Erfahre mit Apple TV in einer Führung mehr über die Sterne direkt über dir oder informier dich auf deiner Apple Watch, wie gerade die Bedingungen zum Sternebeobachten sind.
„Wir versuchen, die Vorteile der neuen Technologien zu nutzen“, erklärt Weekes. „Das hat die Entwicklung der App über die Jahre vorangetrieben. Wir haben auch eine sehr engagierte Nutzerbasis, die mir regelmäßig E-Mails schreiben und fragen: ‚Können wir dies haben?‘ oder ‚Könnt ihr das machen?‘.“
„Wir greifen einen Großteil des Feedbacks auf. Das hat uns geholfen, die App mit der Zeit weiterzuentwickeln.“
Doch die Nutzer haben nicht nur ihre Ideen für neue Features mit Weekes geteilt. Er erfährt oft von erstaunlichen Arten, die App einzusetzen.
„Es gibt Websites, auf denen man einen Stern zum Andenken an jemanden kaufen kann“, erklärt er. „Wir hören regelmäßig von Benutzern, dass sie es tatsächlich geschafft haben, diese Sterne mit der App zu finden. Das ist natürlich sehr schön zu hören.“

„Auch die amerikanische Astronautin Cady Coleman twitterte, wie großartig die App sei. Und sie war tatsächlich im All.“
Für Weekes stehen jedoch seine pädagogischen Wurzeln im Mittelpunkt der App.
„Als Lehrer an einer Schule angefangen und nun eine App entwickelt zu haben, die täglich Millionen von Menschen etwas lehrt – das ist einfach phänomenal“, so Weekes.
„Ich kann es immer noch nicht ganz fassen, wie beliebt die App geworden ist. Wenn ich nachts daliege und mir vorstelle, dass Menschen auf der ganzen Welt genau in diesem Moment die App benutzen – das ist einfach unbeschreiblich.“