Das Hobby zum Beruf machen: Wer hat nicht schon einmal davon geträumt? Als Kinder haben wir uns in den schönsten Farben ausgemalt, wie wir eines Tages Spitzensportler, Hollywood-Star oder professioneller Schokoladentester werden. Doch irgendwann kommt meistens das Leben dazwischen.
Vielleicht aber auch nicht. Manchmal hält das Leben auch fantastische Überraschungen bereit, wie uns das Beispiel von Swupnil Sahai, Entwickler der Tennis-App Swing® Tennis, lehrt.
Swupnil Sahai war auf dem besten Weg, Professor für Statistik zu werden, als 2014 die Apple Watch präsentiert wurde. Spontan gab er seiner anderen großen Leidenschaft, die ihn seit seinem siebten Lebensjahr begleitet, eine letzte Chance.

„Ich war mein Leben lang begeisterter Tennisspieler“, erzählt Swupnil Sahai. „Ich promovierte gerade an der Columbia University, als die Apple Watch auf den Markt kam. Ich war sofort Feuer und Flamme, als ich erkannte, dass sie das ideale Tool wäre, um alle meine Tennisdaten aufzuzeichnen.“
Es gab nur ein Problem: Swupnil Sahai wollte Daten wie etwa die Erfolgsquote seiner ersten Aufschläge dokumentieren, hatte aber keinerlei Programmiererfahrung.
Doch davon ließ er sich nicht abhalten.
„Swift kam noch im Erscheinungsjahr der Apple Watch heraus. Die Programmiersprache ist sehr zugänglich und war auch für mich relativ leicht zu erlernen. Ich nutzte einfach Online-Ressourcen, tat mich mit einem Freund zusammen und machte mich an die Arbeit.“

Schon bald kannst du mit deiner iPhone-Kamera nicht nur die Art deines Schlags festhalten, sondern auch, wo der Ball auf dem Court landet.Swupnil Sahai, Erfinder von Swing Tennis

Was als einfacher Spielstand-Tracker begann, wurde kontinuierlich weiterentwickelt. Heute zeichnet Swing Tennis mithilfe des Beschleunigungssensors und des Gyroskops deiner Apple Watch deine Leistung auf, bevor es die Daten an dein iPhone überträgt.
Die App ist in der Lage, über jedes Detail Auskunft zu geben, von der Anzahl der Vorhandschläge bis zur Aufschlagsgeschwindigkeit. Genau diese Eigenschaft sicherte Swing Tennis die Unterstützung des ehemaligen Weltranglistenersten und US Open-Gewinners Andy Roddick sowie des früheren Weltranglistenvierten James Blake. Die beiden haben sogar geholfen, neue Funktionen für die App zu entwickeln.

„Die beiden waren mir eine große Hilfe“, sagt Swupnil Sahai, der bereits zweimal ein Apple Scholarship gewann. „Schon bald kannst du mit deiner iPhone-Kamera nicht nur die Art deines Schlags festhalten, sondern auch, wo der Ball auf dem Court landet. Auch deine Beinarbeit wird aufgezeichnet. Andy und James haben uns enorm dabei geholfen, diese Funktionen zu entwickeln.“
Swupnil Sahai freut sich aber nicht nur über die prominente Unterstützung. Auch die Nutzer der App begeistern ihn immer wieder. Eine davon ist Robyn Moore.
2016 wurde bei Moore eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert. Tennis zu spielen half ihr, die Krankheit zu bewältigen. Als sie anfing, ihre Spiele in Swing Tennis festzuhalten, kam ihr eine tolle Idee, mit der sie sich an Swupnil Sahai wandte.

Im Rahmen der Breakpoint Challenge 2019 spielte Robyn Moore in nur einem Monat 200.000 Bälle – das sind 800 Bälle pro Stunde bei acht bis zehn Stunden pro Tag. Zum Aufzeichnen ihrer Schläge verwendete sie eine speziell entwickelte Variante von Swing Tennis.
„Robyns E-Mail unterschied sich von den vielen anderen. Sie wollte die App für eine wirklich gute Sache nutzen. Noch nie hatten wir eine solche Anfrage erhalten“, erklärt Swupnil Sahai. „Ich antwortete umgehend: ,Ja, wir freuen uns, dir zu helfen, wo immer wir können; das klingt fantastisch‘.“
„Anfangs schrieben wir E-Mails. Ich erklärte Swupnil meinen Plan und fragte, ob er mir helfen könne, meine Schläge aufzuzeichnen“, ergänzt Robyn Moore. „Swupnil hat sich wirklich ins Zeug gelegt, um die Dinge zu entwickeln, die wir für das Event brauchten. Was wir erreicht haben, hätte ich mir nie träumen lassen. Ich bin wirklich stolz darauf. Ich finde es wundervoll, was die Menschen hier leisten, und bin sehr dankbar dafür.“
Mit Swing Tennis beweist Swupnil Sahai: Wenn du deine Träume verwirklichst, kannst du auch anderen helfen, dasselbe zu tun.