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Wie Entwicklerinnen KI nutzen

So optimieren sie die Technik, um Herausforderungen zu bewältigen, die ihnen am Herzen liegen.

Diese App-Entwicklerinnen sind die treibende Kraft hinter sieben bahnbrechenden Unternehmen. Sie haben ihre persönlichen Interessen erfolgreich mit leistungsstarken KI-Tools kombiniert, um dir zu helfen, deine Ziele zu erreichen – wie eine neue Sprache zu lernen, deine To-do-Liste im Blick zu behalten, mühelos ansprechende Designs zu erstellen und vieles mehr.

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Den Überblick über deine To-dos behalten

Der App Store Award-Gewinner Tiimo bringt Farbe in deine To‑dos: Aufgaben und Termine werden auf einer eleganten Zeitleiste farblich gekennzeichnet, damit selbst hektische Tage überschaubar bleiben. Der freundliche KI‑Chatbot hilft dir, deinen vollen Kalender zu managen – und steht bei Problemen unterstützend zur Seite.

Helene Lassen Nørlem (links) und Melissa Würtz Azari (rechts) von Tiimo.

KI‑Vorteil: Bevor sie Tiimo gründeten, forschten die Mitgründerinnen Melissa Würtz Azari und Helene Lassen Nørlem an der IT‑Universität Kopenhagen daran, wie Technologie neurodivergenten Jugendlichen helfen kann.

„Unsere Forschung zur Neurodivergenz hat den KI‑Co-Planer von Tiimo stark beeinflusst – insbesondere Tonfall und Verhalten“, erklärt Azari. „Studien zeigen, dass viele neurodivergente Menschen sensibler auf Ablehnung und negatives Feedback reagieren. Daher war es uns wichtig, einen nachsichtigen, freundlichen und wertfreien Ton zu wählen.“

Die Feinabstimmung der Tonalität begann mit einer „großen Datei über die Persönlichkeit von Tiimo“, erklärt Azar – einem zentralen Speicherort, an dem die Ergebnisse ihrer Forschung als Grundlage für das Prompt-Engineering gesammelt wurden. So wird Tiimo niemals vergangene Fehler oder Misserfolge thematisieren, selbst wenn Nutzer:innen an einem Tag keine einzige Aufgabe abgehakt haben.

„Viele Nutzer:innen stellen anfangs sehr hohe Erwartungen an sich selbst. Unser Co-Planer ist sich dieser Muster bewusst und hilft sanft, sich realistischere Ziele zu setzen, statt Perfektionismus zu verstärken“, so Azari.

Nicht verpassen: Die Teilaufgaben-Funktion nutzt Apple Intelligence, um komplexe To‑dos in einzelne Schritte zu zerlegen. „Es ist nur ein Button, aber der hat es wirklich in sich“, so Azari.


Kreative Designs erstellen

Canva ist bekannt für seine riesige Bibliothek an Designvorlagen und seine benutzerfreundlichen Tools. Mit Canva kannst du Bilder, Videos und Social-Media-Beiträge individuell anpassen, indem du einfach beschreibst, was du sehen möchtest – ganz ohne Designkenntnisse (siehe Video unten).

Melanie Perkins, CEO und Mitbegründerin von Canva.

KI‑Vorteil: „Für uns ist wichtig, dass Nutzer:innen stets die Kontrolle behalten und die Kreativität in ihren Händen bleibt“, sagt CEO und Mitgründerin Melanie Perkins. „Die KI von Canva erstellt Designs in Ebenen – alles, was sie generiert, ist vollständig bearbeitbar.“

Jedes Element – ob Textblock oder Hintergrundmuster – lässt sich nachträglich anpassen. „Man kann alles nachbessern, ohne mit einem neuen Prompt von vorn anfangen zu müssen“, erklärt Perkins.

Die künstlerische Kontrolle zu behalten, war der Schlüssel für das Team: „Man sollte nicht vor der Wahl stehen, entweder alles einem automatisierten Chatbot zu überlassen oder stundenlang selbst kleine manuelle Änderungen vorzunehmen“, sagt Perkins. „Dieser Grundsatz hat uns bei der Entwicklung der Canva-KI maßgeblich beeinflusst.“

Nicht verpassen: Brauchst du Design-Tipps? Tagge @Canva im Kommentar zu deinem aktuellen Projekt und hol dir Rat.


Eine neue Sprache lernen

Seit 1965 unterrichtet EF Education First Studierende aus aller Welt im Rahmen von Austauschprogrammen und Sprachkursen. Mit EF Hello hat der Bildungsanbieter seine bisher effektivste Lehrkraft erschaffen: einen gepunkteten, KI‑gestützten Marienkäfer namens Addi, der in Echtzeit Feedback zu Fortschritt und Aussprache geben kann.

Cecilia Roos, Leiterin für Produktmanagement und generative KI bei EF Hello.

KI‑Vorteil: Addis Superkräfte basieren auf umfangreicher Tagging-Arbeit hinter den Kulissen, erklärt Cecilia Roos, Head of Product & Generative AI bei EF Hello. „Jeder einzelne Inhalt ist nach Grammatikkonzept, Wortschatz, Thema und Sprachniveau verschlagwortet. Dadurch wird alles maschinenlesbar – und Addi kann in Echtzeit gezielt unterstützen“, so Roos. „Wenn du etwas falsch machst, erklärt Addi dir den Fehler ganz genau – und zwar in deiner Muttersprache.“

Auch das Aussprache-Feedback wurde mit Sprecher:innen unterschiedlichen Alters und mit verschiedenen Akzenten sorgfältig trainiert. So kann Addi präzise Rückmeldungen geben, ganz gleich, wo die individuelle Lernreise beginnt. „Außerdem haben wir ein robustes Memory-System für Addi entwickelt“, so Roos. „Addi weiß, wo du Schwierigkeiten hattest und woran du gerade arbeitest.“

Nicht verpassen: Die App bietet zwei Modi für KI‑Rollenspiele: „Voice Call“ für schnelle Dialoge mit direktem Schlagabtausch – und „Voice Message“, der dir zwischen jedem Austausch Zeit lässt, deine Gedanken zu sortieren. „Beide Modi ermöglichen es, echte Gespräche in simulierten Alltagssituationen zu üben – eine Bestellung im Restaurant, eine Gehaltsverhandlung oder das Melden eines Wasserrohrbruchs“, sagt Roos.


Das perfekte Outfit zusammenstellen

Die Mode-App Daydream nutzt natürliche Sprache und Bilderkennung, um das Shopping-Erlebnis deutlich effizienter zu machen. Gib einfach deine Wünsche im Chat ein – etwa „strukturiertes Samtkleid für einen formellen Anlass in Smaragd oder Bordeauxrot“ – und Daydream durchsucht mehr als 10.000 Marken nach passenden Optionen. Sobald die App deine Vorlieben kennt, werden die Ergebnisse zusätzlich personalisiert.

Julie Bornstein, Gründerin und CEO von Daydream.

KI‑Vorteil: „Die KI von Daydream übersetzt die natürliche Sprache, in der Menschen ihren Stil und ihre Einkaufsbedürfnisse beschreiben, in Produkte, die tatsächlich ihrer Vorstellung entsprechen“, sagt Gründerin und CEO Julie Bornstein.

„Wenn Nutzer:innen beschreiben, wonach sie suchen, konzentriert sich unsere KI zunächst darauf, ihre Sprache wirklich zu verstehen – inklusive aller Nuancen rund um Farbe, Silhouette, Stimmung, Anlass und Kontext“, erklärt Bornstein. „Diese Intention wird anschließend von spezialisierten Fashion-Modellen interpretiert, die jeweils auf unterschiedliche Dimensionen von Mode trainiert sind – etwa gesellschaftliche Normen, Anlässe oder Saisonalität.“

Nicht verpassen: Mit dem Button „More Like This“ kannst du deine Suche noch weiter verfeinern. Statt klassischer Filter nutzt du natürliche Beschreibungen wie „günstiger“ oder „in Rot“. „Das hat alles verändert“, so Bornstein. „Es schränkt die Auswahl drastisch ein und macht aus ‚ziemlich nah dran‘ den ‚Volltreffer‘.“


Deine nächste Lieblingslektüre finden

StoryGraph hilft dir, Bücher zu entdecken, die exakt zu deiner – auch sehr spezifischen – Lesestimmung passen. Gleichzeitig kannst du dich mit einer leidenschaftlichen Community von Bücherfans austauschen.

StoryGraph-Gründerin Nadia Odunayo.

KI‑Vorteil: Entwickelt unter Mitwirkung von Bibliothekar:innen, erstellt die KI von StoryGraph personalisierte Buchbeschreibungen mit einer klaren Mission: Sie geht gezielt auf deine individuellen Interessen ein – und vermeidet konsequent Spoiler. „Das basiert auf realen Problemen“, sagt Gründerin Nadia Odunayo, die sich selbst als „spoilerallergische Vielleserin“ beschreibt.

Odunayo und Rob Frelow, der KI‑Chef von StoryGraph, legten bei der Systementwicklung außerdem großen Wert auf Datenschutz und Umweltaspekte. „Die gesamte Verarbeitung erfolgt lokal und die Nutzerdaten verlassen niemals den StoryGraph-Server“, erklärt Odunayo. „Es handelt sich um einen einzigen Server, der ungefähr so viel Energie wie ein handelsüblicher Gaming-PC verbraucht.“

Nicht verpassen: Die personalisierte, spoilerfreie Buchvorschau lässt sich in den Einstellungen der App aktivieren.


Trends in deinen Erlebnissen erkennen

Die Tagebuch-App Storia nutzt KI, um aus deinen täglichen Gedanken und Reflexionen eine übergeordnete Perspektive abzuleiten. Je mehr du schreibst oder sprichst, desto präziser werden die Erkenntnisse von Storia.

Storia-Gründerin Elizabeth Uviebinené.

KI‑Vorteil: „Im Hintergrund kombinieren wir ein großes Sprachmodell mit individuellen Prompts und einer zusätzlichen Bewertungsebene“, erklärt Gründerin Elizabeth Uviebinené. „Wenn Nutzer:innen ihren Check‑in abschließen, interpretiert das Modell das Geschriebene oder Gesagte, extrahiert emotionale und thematische Signale und fasst sie zu Reflexionen in natürlicher, menschlicher Sprache zusammen.“

Zusätzlich analysiert Storia die Emotionen hinter deinen Audioeinträgen, die du aufnimmst. „Dadurch kann die KI als diagnostisches Gegenüber agieren“, so Uviebinené.

„Die größte Überraschung war, wie sehr KI die Einstiegshürde fürs Tagebuchschreiben senkt und dabei hilft, dranzubleiben“, ergänzt sie. „Weil sie sich nicht wie eine Person anfühlt, vor der man sich verstellen muss, gestehen Menschen viele Dinge, die sie gegenüber ihrem Freundeskreis oder sogar in Therapiesitzungen beschönigen würden. Diese Ehrlichkeit macht die Erkenntnisse noch präziser.“

Nicht verpassen: Das „Echo“-Feature, das frühere Einträge wieder hervorholt. „Wenn du vor drei Wochen wegen eines Karriereschritts unsicher warst, kann ‚Echo‘ dir diesen Eintrag heute noch einmal zeigen – und sichtbar machen, wie sehr du dich bereits weiterentwickelt hast“, sagt Uviebinené.


Wissenschaftliche Arbeiten mühelos formatieren

Die Schreib-App Essayist übernimmt die zeitaufwendige akademische Arbeit, Quellen zu organisieren und alles perfekt zu formatieren. So können sich Studierende, Wissenschaftler:innen und Forschende auf das Wesentliche konzentrieren: ihre großen Ideen.

Erin Guest, Mitbegründerin von Essayist.

KI‑Vorteil: „Beim wissenschaftlichen Schreiben sollte der Inhalt mit Mittelpunkt stehen, nicht die Formatierung“, sagt Erin Guest, Mitgründerin von Essayist. „Unser Ziel war es, Akademiker:innen und Studierenden Zeit zu sparen.“ Podcasts, E‑Books, Präsentationen, sogar Direktnachrichten oder E‑Mails lassen sich in der App wissenschaftlich sauber katalogisieren. Mithilfe von Apple Intelligence extrahiert Essayist automatisch alle relevanten Informationen, die für die Verwendung als Quelle erforderlich sind.

Wenn du zum Beispiel eine YouTube-URL in einen Eintrag einfügst, füllt Essayist automatisch den Namen des Videos, das Veröffentlichungsdatum und das Datum, an dem du darauf zugegriffen hast, aus. Zieh einen Artikel als PDF hinein, damit Essayist den Titel, den:die Autor:in und mehr ausfüllt – und speichere das PDF, um leicht darauf zugreifen zu können. Du kannst auch direkt in der App nach den Büchern und Zeitschriftenartikeln suchen, die du zitierst.

„Wer je versucht hat, Fußnoten in einem anderen Textverarbeitungsprogramm korrekt zu formatieren, weiß: Das ist ein Albtraum“, sagt Guest.

Nicht verpassen: Möchtest du ein perfekt formatiertes Inhaltsverzeichnis, eine Zusammenfassung oder einen Anhang (oder drei) in dein Dokument einfügen? Klick auf die drei Punkte und dann auf „Manage Sections“. Dort kannst du jeden Abschnitt ganz einfach neu anordnen.


Einige Titel werden aufgrund von App-Beschränkungen möglicherweise nicht angezeigt.

Apple Intelligence ist in der Betaversion verfügbar. Einige Funktionen sind möglicherweise nicht in allen Regionen oder Sprachen verfügbar.