HINTER DEN KULISSEN

Die Apps hinter „F1 Der Film“

Ein preisgekrönter Kameramann stellt seine wichtigsten Apps vor.

Der oscarprämierte Kameramann Claudio Miranda geht in seinem Handwerk seit Jahrzehnten an die Grenzen des Machbaren – und der Apple Original-Film „F1 Der Film“ könnte in puncto Technik sein bislang ambitioniertestes Werk sein.

Auch angehende Filmemacher:innen haben Zugriff auf dieselben Apps, mit denen ihm die atemberaubenden Aufnahmen des Films gelangen. Hier enthüllt er sein App-Toolkit für „F1 Der Film“.


Mit Blackmagic Camera bekommen deine Aufnahmen einen filmreifen Look, der sich vor Hollywood-Produktionen nicht zu verstecken braucht.

Kinoreife Aufnahmen

Die Apps zur Videobearbeitung und die digitalen Filmkameras von Blackmagic Design fanden bereits in den bedeutendsten Blockbustern Verwendung. Für „F1 Der Film“ nutzte Miranda die iPhone-App Blackmagic Camera, um eine besonders anspruchsvolle Szene einzufangen: Brad Pitts Hochgeschwindigkeitsmanöver beim Daytona 500-Rennen.

Mit einer herkömmlichen Kamera wäre diese schnelle Aufnahme mit dem äußerst knappen Zeitfenster nur sehr schwer möglich gewesen. „Ursprünglich war es nur als eine Art Übergangslösung gedacht, doch schließlich war das Ergebnis so gut, dass die Szene bis zum Ende in dieser Form im Film geblieben ist“, erklärt Miranda.


Nutze Director’s Viewfinder, um deine Einstellungen abzugleichen, bevor du mit dem Filmen beginnst.

Framing wie ein Profi

Artemis Director’s Viewfinder ermöglicht Filmschaffenden das Erstellen einer Vorschau von Aufnahmen mit verschiedenen Kameras, Objektivbrennweiten und LUTs (Filter zur filmischen Farbkorrektur).

„Diese Features sind unverzichtbar am Set, um Aufnahmen abzugleichen und Winkeleinstellungen mit den Produktionsdesigner:innen zu besprechen“, erläutert Miranda. Das gilt besonders für einen technisch anspruchsvollen Film wie „F1 Der Film“.

„Regisseur Joseph Kosinski schickte mir seine Shotlist mit sämtlichen Winkeln, die während des Scouting-Vorgangs aufgenommen wurden. Ich nutzte dann Profile für all die Kameras im Einsatz, jede mit einem anderen Objektiv und einer anderen Formatgröße“, führt er aus.


Scanne das Set, um den perfekten Winkel für deine nächste Aufnahme zu finden.

Scoute deinen Drehort

Mithilfe des LiDAR-Sensors der iPhone- und iPad Pro-Modelle lassen sich in Polycam ganz leicht 3D-Grundrisse jedes beliebigen Raums erstellen. Scanne einfach den Raum mit der Kamera deines Geräts und die App zeigt die Abmessungen aller Wände, Fenster und Einrichtungsgegenstände.

„Dass es mit Polycam möglich war, Grundrisse zu erstellen, war wirklich eine angenehme Überraschung. So konnte ich grobe Blaupausen entwerfen, um sie dann auszudrucken oder auf einem iPad zu kommentieren. Diese lassen sich hervorragend in den Pre-Production-Prozess integrieren“, so Miranda. „Für ‚F1‘, konnte ich so schnell Distanzen abzumessen und herauszufinden, ob Ausrüstung wie beispielsweise ein Kran für die jeweilige Szene geeignet war.“


Behalte den Sonnenstand immer im Blick und sorge so für eine einheitliche Beleuchtung.

Natürliche Beleuchtung deiner Aufnahmen

Sun Surveyor half Miranda dabei, die Position der Sonne im Tagesverlauf zu visualisieren – ein unverzichtbares Feature für einheitliche Beleuchtung.

„Die App ist eine großartige Hilfe, wenn man zu Drehorten zurückkehrt und hilft insbesondere bei Unterbrechungen im Drehplan. So habe ich selbst nach dem Scouting die Möglichkeit, die Position der Sonne zu visualisieren“, führt Miranda aus.


pCAM Pro kümmert sich um die notwendigen Berechnungen und stellt sicher, dass jede deiner Aufnahmen ein voller Erfolg wird.

Bleib im Fokus

pCAM Pro - Film+Digital wurde von einem Kameratechniker entwickelt und bietet über zwei Dutzend Filmtechnik-Tools für Fortgeschrittene, einschließlich Features zur Brennweitenanpassung sowie für Licht- und Farbeffekte, Triangulationen und zur Umwandlung der Farbtemperatur.

„Ich nutze pCAM regelmäßig für Berechnungen der Tiefenschärfe und des Sichtfelds“, erklärt Miranda. „Einige der Kameras, die für „F1“ zum Einsatz kamen, verfügten über keinen Fokusmotor. Wir mussten also die Tiefenschärfe über die Blendenzahl einstellen, um scharfe Aufnahmen der Darsteller:innen sicherzustellen.“