HINTER DER APP

So entsteht der LookUp-Look

Diese illustrierte Wörterbuch-App ist der Inbegriff von Erfolg.

Für Vidit Bhargava, den Entwickler hinter der preisgekrönten Wörterbuch-App LookUp, ist Lernen eine visuelle Erfahrung.

„Menschen merken sich Bilder besser als lange Textblöcke“, sagt Bhargava. Deshalb hat er fast ein Jahrzehnt lang jeden Tag eine Illustration für das „Word of the Day“ der App gezeichnet. „Die Illustrationen in LookUp sollen einen visuellen Eindruck hinterlassen.“

Jedes Wort des Tages erhält eine eigene Illustration, die seine Bedeutung veranschaulicht, sowie ein Anwendungsbeispiel, Definitionen, Synonyme und mehr. Sogar die Schriftart wird sorgfältig ausgewählt und auf die Stimmung des Wortes abgestimmt.

LookUp wurde von Bhargava und seinem Bruder Mudit entwickelt und 2014 auf den Markt gebracht. Bald darauf wurden die charakteristischen „Word of the Day“-Poster eingeführt. Seitdem hat Bhargava, der – wenig überraschend – seine Karriere als Interface- und Grafikdesigner begann, fast 3'500 Illustrationen erstellt. Nun ja, überwiegend Illustrationen. „Ich bin Pizzaiolo“, sagt Bhargava, „deshalb ist das Bild einer Pizza für ‚delectable‘ [köstlich] ein Foto meiner eigenen Kreation.“

Wir haben mit Bhargava über die Erstellung seines visuellen Wörterbuchs gesprochen – und darüber, wie er seine täglichen Illustrationen erschafft.

Erzähl uns doch etwas über die Idee hinter LookUp.

Die Idee für LookUp kam mir, weil ich in der Highschool Probleme hatte, meinen englischen Wortschatz aufzubauen. Als Nicht-Muttersprachler habe ich oft nach Definitionen gesucht, aber die Ergebnisse waren riesige, einschüchternde Textblöcke; das wollte ich unbedingt vereinfachen.

Die App ist Wörterbuch und Thesaurus in einem – wir nutzen das „Oxford English Dictionary“ als Datenquelle –, aber sie ist ebenso ein hilfreiches Werkzeug zum Aufbau des Wortschatzes. Du kannst nachgeschlagene Wörter als Favoriten speichern, sie in benutzerdefinierten Sammlungen organisieren und mit interaktiven Quizzen die Wörter einer Sammlung üben. Und sie bietet das einzigartige Feature „Pronunciation Tips“, das von meinen Gesprächen mit Nicht-Muttersprachler:innen inspiriert ist: Zusätzlich zur klassischen Lautschrift erstellt LookUp mithilfe von KI verständliche, alltagsnahe Hinweise zur Aussprache eines Wortes.

LookUp erstellt mithilfe von KI leicht verständliche Aussprachetipps.

Wie wählst du das „Word of the Day“ aus?

Ich führe eine Liste, die hauptsächlich Wörter zur Vorbereitung auf den GRE (Graduate Record Examination) enthält, da viele unserer Nutzer:innen ihren Wortschatz erweitern oder sich auf Englisch-Sprachtests vorbereiten möchten. Die Liste umfasst ausserdem interessante Wörter, auf die ich stosse. Oft wähle ich ein Wort aus dieser Liste aus, das mich zu einer Illustration inspiriert. Manchmal verwende ich aber auch ein Wort, das sich auf wichtige aktuelle Ereignisse aus der Welt oder dem Sport bezieht – etwas, das kontextuell relevant ist.

Wie erstellst du die täglichen Illustrationen?

Ich benutze Sketch als mein Hauptzeichentool. Ich pflege darin auch eine Bibliothek mit häufig verwendeten Elementen – von mir erstellte Figuren, Objekte und Grafiken – und erstelle zusammengesetzte Illustrationen. Einige meiner komplexesten Illustrationen sind durch die Kombination einfacher Formen und Zeichnungen in Sketch entstanden.

Bhargava pflegt eine Sketch-Bibliothek mit individuell gestalteten Charakteren und Objekten, die er häufig verwendet.

Andere Wörter werden mit Illustrationen aus Mixed-Media-Kunst illustriert. Die Grafik für „careen“ [taumeln] enthält beispielsweise ein unscharfes Foto, das eine schnelle Bewegung andeutet – dabei handelt es sich um ein absichtlich verwackeltes Bild, das ich mit meinem iPhone aufgenommen habe. Der farbenähnliche Effekt für „fleck“ [Fleck] wurde separat gezeichnet und in Sketch importiert.

Bhargava erstellte die Partikel in der Illustration für „congeal“ (erstarren) mit Canvas von SwiftUI und kombinierte das Bild dann mit anderen Elementen in Sketch.

Hast du generative KI über die Aussprachetipps hinaus in die App integriert?

Wir nutzen KI nicht für Bilder oder Definitionen, aber wir haben KI‑gestützte Lernfunktionen hinzugefügt, mit denen wir eine zuverlässige Lernerfahrung gewährleisten können. Zum Beispiel fanden die Nutzer:innen unsere interaktiven Quizze unterhaltsam, wollten aber auch lernen, die Wörter im Alltag zu verwenden. Deshalb bieten wir jetzt Quiz-Modi an, die Beispielsätze und Gespräche zeigen: Die App entscheidet, welche Wörter abgefragt werden, und erstellt dann mithilfe von KI Sätze und Fragen.

Unser neues Feature „Explain“ generiert kontextbezogene Erklärungen und Anwendungsbeispiele, basierend auf den Englischkenntnissen, der Muttersprache und den Interessen der Nutzer:innen. Die kann man im „Explain“-Fenster konfigurieren.

Unsere Philosophie ist es, KI zu nutzen, um das Verständnis von Wörtern zu verbessern, statt Definitionen oder wissenschaftlich bewährte Lernmethoden auf unverantwortliche Weise zu ersetzen.