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KI-Hilfe in Adobe Lightroom

Generative Funktionen machen komplexe Bearbeitungen einfacher.

Wenn du den Begriff „generative KI“ hörst, denkst du wahrscheinlich als Erstes an fotorealistische oder fantasievolle Bilder, die ein Computer aus reinen Textanweisungen erstellt. Aber in Adobe Lightroom kommt die Technologie für eine Suite an aufgabenspezifischen Tools zum Einsatz, mit denen du nicht nur Zeit sparst, sondern auch deine Fotos leichter auf Hochglanz polierst.

Wir präsentieren dir die nützlichsten KI-gestützten Tools in Lightroom und verraten dir, wie du sie bestmöglich anwendest.


Objekte nahtlos entfernen

Die Nachbesserung der Fotoqualität beschränkte sich lange Zeit darauf, „gute“ Pixel zu kopieren und sie über Staubflecken und andere kleine Schönheitsfehler zu legen – ein Ansatz, der bei größeren Objekten und komplexen Hintergründen nicht wirklich funktioniert. Die „Generatives Entfernen“-Funktion in Lightroom macht sich Adobe Firefly zunutze, um unerwünschte Elemente mit rekonstruiertem Bildmaterial zu ersetzen, das sich harmonisch ins Gesamtbild einfügt.

Das „Generatives Entfernen“-Tool tauscht unerwünschte Objekte durch natürliche Pendants aus, anstatt sie mit kopierten Pixeln von einer anderen Bildstelle zu überlagern.

Im „Entfernen“-Tool aktivierst du die „Generative KI“-Option und malst über den Bereich, der verschwinden soll. Achte dabei auf eine großzügige Umrandung, damit die Funktion eine Arbeitsgrundlage hat. Wenn du ein Element mit definierten Rändern entfernst, erhältst du mithilfe des „Objekte erkennen“-Features bessere Ergebnisse bei der Auswahl des Quellbereichs.

Wenn du nun auf „Entfernen“ klickst, löst Lightroom das Objekt auf und generiert für den Bereich mehrere Fülloptionen, zwischen denen du über die Pfeile hin- und herwechselst. Sollte nicht das Passende dabei sein, klickst du auf „Generieren“, um ein neues Set an Varianten zu erzeugen.


Entferne Personen und Reflexionen

Bei den unerwünschten Objekten in deinen Fotos handelt es sich um Personen oder Fensterspiegelungen? Mithilfe der Lightroom-Funktion „Distraction Removal“, die du im „Remove“-Tool findest, lösen sie sich schnell in Luft auf.

Manchmal lassen sich Reflexionen auf Glasflächen nicht vermeiden. Doch in Lightroom entfernst du sie im Handumdrehen.

Nachdem du „People“ ausgewählt hast, ermittelt Lightroom alle Personen auf dem Foto und markiert sie jeweils mit einem blauen Punkt. Per „Remove“ ersetzt du sie anschließend mit generierten Inhalten, die den Platz nahtlos ausfüllen. Eine bestimmte Person soll bleiben? In dem Fall löschst du ihren blauen Punkt, bevor du auf „Remove“ klickst.

Klicke auf Reflections > Apply, um Glasspiegelungen in deinem Bild zu verringern oder zu entfernen. Über den entsprechenden Schieberegler legst du fest, wie deutlich die Reflexion noch zu sehen sein soll.


Verschwommener Hintergrund für jedes Foto

Fotoprofis nutzen besondere Objektive und Einstellungen, damit sich die zentralen Motive auf ihren Bildern klar vom Hintergrund abheben. Der Porträt-Modus der Kamera-App auf dem iPhone erzeugt zwar einen ähnlichen Effekt, aber mit dem „Objektivunschärfe“-Feature in Lightroom gelingt dir das auf jedem Foto.

Unter Bearbeiten > Objektivunschärfe klickst du auf „Anwenden“. Daraufhin bewertet Lightroom die Tiefen-Map der Aufnahme und lässt den Hintergrund entsprechend verschwimmen. Wenn du ein Foto bearbeitest, das du im Porträt-Modus geknipst hast, nutzt die Funktion die bereits von der Kamera erfassten Tiefenwerte.

Lightroom bringt in jedes Foto die gewünschte Hintergrundunschärfe hinein – selbst dann, wenn das Bild über keine eigenen Tiefenwerte verfügt.

Für ein individuelles Ergebnis passt du die Stärke der Hintergrundunschärfe über den „Weichzeichnungsgrad“-Schieberegler an. Mithilfe der „Bokeh“-Funktion simulierst du verschiedene Objektive, während du über die „Verstärken“-Option die Helligkeit der Lichtquellen im Hintergrund veränderst. Die größte Macht besitzt allerdings der „Fokusbereich“-Schieberegler, mit dem du die Effekttiefe steuerst. Zum Beispiel stellst du so sicher, dass auch die Person hinter deinem Hauptmotiv im Fokus ist. Und mach dir auch das „Verfeinern“-Tool zunutze, um Bereiche zu „übermalen“, die mehr oder weniger im Fokus stehen sollen.


Objekte maskieren leicht gemacht

Über die „Maskieren“-Funktion wählst du einen Teil deines Fotos aus, damit sich deine Nachbesserungen nur auf diesen Bereich anstatt auf das ganze Bild auswirken. Beispielsweise veränderst du so den Farbton der Kleidung, die dein Motiv trägt, während alle anderen ähnlichen Stellen unangetastet bleiben. Dank KI-Unterstützung maskierst du in Lightroom bestimmte Bereiche wie den Himmel oder Personen, ohne sie mühsam per Hand nachzuzeichnen.

Lightroom erkennt Körperbereiche und Kleidungsstücke, sodass du sie für die Bearbeitung nicht manuell auswählen musst.

Wenn du zum Beispiel ein Foto bearbeitest, auf dem eine Person zu sehen ist, klickst du im „Maskieren“-Bedienfeld auf „Motiv“: Lightroom bestimmt daraufhin das wahrscheinlichste Motiv in deinem Bild und erstellt eine Maske dafür. Falls es sich dabei um eine Person handelt, klickst du sie im „Personen“-Bedienfeld an. Bei Bedarf grenzt du die Maske nun auf Körperbereiche wie Augen, Haare und Haut oder die Kleidung ein, um nur diese Bereiche anzupassen.


Rauschen entfernen

Digitales Rauschen tritt vor allem bei dunklen Szenerien oder bei hohen ISO-Werten auf. Zwar gibt es genügend Tools, die diesen Effekt reduzieren, allerdings neigen sie dazu, die Fotos weichzuzeichnen. Lightroom setzt auf KI-Verarbeitung, um Rauschmuster zu kompensieren und klarere Ergebnisse zu erzielen.

Die „Entrauschen“-Funktion wirkt wahre Wunder gegen Bildrauschen.

Unter Bearbeiten > Details klickst du auf „Entrauschen“ und stellst den Stärkegrad über den entsprechenden Schieberegler ein. Kleiner Tipp: Wenn du das Augensymbol bei „Detail“ gedrückt hälst erscheint das Originalbild zu Vergleichszwecken.


Offener Umgang mit KI-Bearbeitung

Die Ergebnisse fallen mithilfe von generativen KI-Tools teilweise so realistisch aus, dass sich für Unbeteiligte nur schwer einschätzen lässt, ob ein Bild wirklich authentisch ist. Selbst wenn eine Funktion speziell für Nachbesserungen konzipiert ist, fügt sie dabei Pixel ein, die nicht in der Originalaufnahme enthalten sind.

Die Lösung von Adobe lautet Content Credentials. Dabei erhalten Bilder, bei deren Bearbeitung generative KI-Tools zum Einsatz kamen, identifizierende Metadaten. Auch mehrere andere Unternehmen haben sich schon dazu bereit erklärt, die Technologie bei ihren eigenen Apps einzuführen. Beim Exportieren eines Bilds in Lightroom brauchst du nur die Option „Inhaltsurhebernachweise anwenden“ zu aktivieren und schon verfügt es über die entsprechenden Metadaten. Wenn du die Datei nun in einer anderen App öffnest, die diese Funktion unterstützt – inklusive Lightroom und Adobe Photoshop –, siehst du sämtliche Informationen zu den jeweiligen Inhalten.