Dein solarbetriebenes Boot füllt sich schnell mit Schadstoffen – und in Spilled! ist das eine gute Sache. Während du durch Pixel-Art-Wasserwege gleitest, saugt dein Schiff Ölteppiche auf und treibt Plastikflaschen zu Recycling-Lastkähnen, verwandelt das Wasser von einem trüben Braun in ein kristallklares Blau und enthüllt dabei blühende Unterwasserszenen.
Dieses friedliche, meditative Erlebnis vermittelt eine ernste Botschaft, die Lente Cuenen sehr am Herzen liegt.
„Es gibt jede Menge Plastik im Wasser, selbst hier in dieser Stadt“, sagt Cuenen, die 26-jährige Solo-Entwicklerin des Spiels. „Und die Leute verschütten Öl, weil sie beim Tanken nicht aufpassen. Manchmal sieht man eine erhebliche Verschmutzung – man riecht sie, und man sieht die Enten direkt hindurchschwimmen.“

Diese Erfahrung hat sie selbst gemacht: Sie hat den Großteil ihres Lebens auf Hausbooten in den Niederlanden verbracht.
„Es fühlt sich falsch an. So sollte es nicht sein“, sagt sie.
Auf Ideensuche
Schwimmende Plastikflaschen recyceln, Öl beseitigen und Tiere aus Erdölschlamm retten – das ist erst der Anfang. Cuenen hat zudem Nebenmissionen hinzugefügt, wie das Löschen von Waldbränden mit der Wasserkanone des Bootes und das Aufspüren fehlender Gegenstände für Charaktere.
„Es sollte ein einfaches Spiel sein, aber ich war mir unsicher, ob es noch als Spiel durchgeht“, gibt sie zu. „Du räumst einfach auf und fährst weiter. Es gibt kein Zeitlimit. Du kannst es so machen, wie du möchtest.“
Dennoch erwarten dich Herausforderungen. Beim finalen Kampf konfrontierst du den Öltanker, der die Schleimpfützen verliert, die du gewissenhaft beseitigt hast.

„Vielleicht ist es ein bisschen albern – ein bisschen losgelöst von der Ernsthaftigkeit, die das Spiel manchmal mit sich bringen kann“, sagt Cuenen. „Aber es muss Spaß machen. Denn sonst wird es niemand spielen wollen und wenn niemand das Spiel sieht, dann wird kein Bewusstsein geschaffen.“
Kurs nehmen
Cuenen hat ihre Kindheit mit ihrer Familie auf einem Boot verbracht. Ihr Stromgenerator wurde nur eingeschaltet, wenn es unbedingt nötig war (zum Beispiel für die Waschmaschine). Die Trinkwassertanks des Boots mussten in einem Hafen auf der anderen Seite des Flusses gefüllt werden.
„Kein Strom, kein fließendes Trinkwasser – alles halb so wild“, sagt Cuenen. „Ich denke sehr gerne an diese Zeit zurück, weil mein Bruder und ich so viel draußen gespielt haben. Die Welt war unser Spielplatz.“

Nachdem Cuenen 2022 ihr Studium abgebrochen hatte, um sich der Spieleentwicklung zu widmen, hat sie ein zehn Meter langes Kanalschiff in ihr schwimmendes Zuhause umgebaut (die „Zusje V“). Dort begann sie mit der Entwicklung von Spilled!, um ihre realen Erfahrungen mit Nachhaltigkeit spielerisch zu teilen.
„Wenn ich Müll oder andere Dinge im Wasser bemerke, die Leute achtlos zurückgelassen haben, versuche ich immer, sie aufzusammeln und ordnungsgemäß zu entsorgen“, sagt sie.
Das Ersetzen des Dieselmotors der „Zusje V“ durch einen von Solarmodulen auf dem Dach angetriebenen Elektromotor hat zum Beispiel das Upgradesystem des Spiels geprägt, mit dem du die Geschwindigkeit deines Boots erhöhen und einen größeren Ölsperrenausleger hinzufügen kannst.
„Ich nehme die Dinge gerne selbst in die Hand, um etwas für mich zu machen oder zu ändern“, sagt Cuenen.

Wie jede gute Kapitänin weiß auch Cuenen genau, wohin die Reise für Spieler:innen geht, die mit an Bord kommen.
„Ich erwarte nicht, dass jemand einfach losgeht und drastische Änderungen vornimmt“, sagt sie. „Es geht darum, viele Menschen zu erreichen und Bewusstsein zu schaffen – und sie vielleicht in die richtige Richtung zu lenken.“